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13.06.2017, 08:44 Uhr | Olaf Lemke

Geplante Straßenumbenennungen im Afrikanischen Viertel – pures Chaos

Warum wollen SPD und Grüne eine Sklavenhalterin ehren?

Ein Stück wie aus dem Tollhaus: Rot-Rot-Grün verweigert den Bewohnern des Afrikanischen Viertels die Mitsprache bei Straßenumbenennungen. Und dann soll auch noch eine Sklavenhalterin geehrt werden.

Königin Nzinga verhandelt mit einem portugisischen Abgesandten. 1657. Quelle: Wikimedia Commons / gemeinfrei
Berlin-Wedding -

Drei Straßen im Afrikanischen Viertel sollen nach dem Willen des Bezirksamtes zeitnah umbenannt werden, da sie, so der Vorwurf, den deutschen Kolonialismus idealisieren und die Opfer deutscher Verbrechen in den ehemaligen Kolonien ignorieren. Die Lüderitzstraße, die Petersallee und der Nachtigalplatz sollen vorzugsweise nach herausragenden Frauen aus Afrika benannt werden.

Die Anwohnerinnen und Anwohner wurden über diese Pläne, die auf einen Beschluss der BVV Mitte aus der vergangenen Wahlperiode zurückgehen, mit einem Flugblatt informiert. Sie wurden im Übrigen auch aufgefordert, sich mit Namensvorschlägen am Verfahren zu beteiligen. Über die Namen befinden soll eine Jury, die leider völlig intransparent aus Vertretern der afrikanischen Community, der grünen Stadträtin Sabine Weißler und der SPD-Bezirksverordneten Vera Morgenstern zusammengesetzt wurde. Einen CDU-Vertreter oder Vertreter der Anwohnerschaft sucht man in der Jury vergebens. Es scheint, als wären kritische Nachfragen oder eine Debatte unerwünscht.

In der vergangenen Woche wurde eine vorläufige Entscheidung der Jury bekannt, wonach eine der drei in Frage stehenden Straßen, nach einer angolanischen Königin namens Nzinga benannt werden soll, der u.a. Sklavenhandel und eine sehr fragwürdige Rolle bei ihrem Regierungsantritt vorgeworfen wird. Kritikwürdig am Verfahren ist ganz sicher auch die Tatsache, dass die Jury keine der Vorschläge aus der Bevölkerung berücksichtigt hat. Das zeigt ganz sicher eine sehr ambivalente Haltung der Verantwortlichen zu Transparenz und Bürgerbeteiligung.

Die CDU Fraktion in der BVV Mitte wird das völlig indiskutable Verfahren weiterhin hart kritisieren. Leider ist nicht davon auszugehen, dass die große rot-grün-dunkelrote Mehrheit in der BVV Mitte und das grün-geführte Bezirksamt von ihren Plänen absehen wird, obwohl dieses Verfahren so miserabel durchgeführt wird.



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