Neuigkeiten

18.03.2021, 03:57 Uhr | Benno Kirsch

Ein Meilenstein der Geschichte der Demokratie in Deutschland

Zum Gedenken an die März-Revolution 1848

Am 18. März 1848 kam es zu Barrikadenkämpfen in Berlin. Die Revolution setzte sich für Freiheit und Gleichheit ein. Sie scheiterte. Doch der Aufstands markiert eine wichtige Etappe in der Entwicklung der Demokratie.

Foto: Ws-KuLa / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 (Ausschnitt)
Berlin-Mitte -

Nachdem Napoleon besiegt war und die Staaten Europas auf dem Wiener Kongress 1815 neu sortiert waren, kehrte wieder Ruhe ein. Doch unter der Oberfläche brodelte es: Industrialisierung, Verarmung großer Teile der Bevölkerung und Modernisierungsstau bei den Regierungen hatten zu einer revolutionären Stimmung geführt, die sich Anfang 1848 entlud. Auch in Prueußen gab es eine demokratische Bewegung, gegen die König Wilhelm IV. ab dem 13. März gewaltsam vorging.

Beflügelt von den Nachrichten von der Revolution in Paris, versammelten sich im Tiergarten Studenten, um ihre Forderungen an den König zu formulieren. Sie wollten Pressefreiheit, Redefreiheit, Freilassung aller politischen Gefangenen, Vereines- und Versammlungsfreiheit, politische Gleichheit, die Einführung von Geschworenengerichten, die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und die Einberufung eines Parlaments.

Wikipedia schreibt über die Diskussionen im Tiergarten: »Das milde und sonnige Wetter Ende Februar und Anfang März 1848 begünstigte das Zusammenkommen großer Menschenansammlungen – und damit auch organisierter politischer Versammlungen – unter freiem Himmel. Besonders in den Kaffeehäusern und Lesezirkeln, den Treffpunkten des Berliner Bildungsbürgertums, wurden die revolutionären Ereignisse in der Ferne mit konkreten Reformerwartungen in Preußen verknüpft.«

Am 18. März schien alles ganz friedlich abzulaufen, denn Stadtgouverneur Ernst von Pfuel setzte auf Deeskalation. Die Berliner wurden aufgefordert, am Nachmittag zu einer Demonstration auf dem Schlossplatz zu kommen. Doch von Pfuel wurde von Karl von Prittwitz abgelöst, der das Militär aufmarschieren ließ. Der König erschien auf einem Balkon des Schlosses, um sein Reformprogramm vorzulesen. Doch das Militär begann, den Platz zu räumen, weil es befürchtete, dass die Menge das Schloss stürmen werde. Die Lage eskalierte.

In der Nacht zum 19. Mrz wurden Barrikaden errichtet. Wikipedia: »In der ganzen Stadt wurden die Kirchenglocken Sturm geläutet, um weitere Bürger zum Widerstand zu versammeln. Die Kämpfe liefen in der Regel wie folgt ab: Die sich den Barrikaden nähernden Soldaten wurden von Fenstern und Dächern aus beschossen oder mit Steinen beworfen. In der Folge stürmten die Soldaten die umliegenden Häuser, wobei auch die Wohnungen unbeteiligter Einwohner von den Soldaten verwüstet wurden.«

Am Ende waren über 200 Zivilisten tot – die sogenannten Märzgefallenen. Als sie in einem Trauerzug durch die Stadt gefahren wurden, musste der König kondolieren. Die Ruhe in der Stadt war wiederhergestellt. Obwohl der König auf die Forderungen der Revolutionäre einging, war die Revolution langfristig gescheitert, weil restaurative Kräfte wieder die Oberhand gewannen. Das ändert allerdings nichts daran, dass die Geschehnisse vom März 1848 einen Meilenstein in der Geschichte der Demokratie in Deutschland sind.

Bild: Kolorierte Lithographie. Nürnberg, 1848. »Scenen aus dem Strassenkampf in Berlin vom 18n auf den 19n März 1848«, Ws-KuLa / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 (Ausschnitt)



Diese Meldungen könnten Sie ebenfalls interessieren...
Alle verwandten Meldungen
X
... zur Übersicht

Diese Seite in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen:

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks
  • Windows Live
  • Yigg
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon