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21.02.2019, 09:08 Uhr | Benno Kirsch

Die Eckkneipe lebt!

Moabit im Wandel

Die Eckkneipe hat kein gutes Image – zu unrecht. In Moabit haben in den letzten Jahren mehrere Eckkneipen aufgemacht, die einen Besuch wert sind. Eine alte Tradition wird gerade wiederbelebt.

Foto: Karin Sakrowski / flickr.com / CC BY-ND 2.0
Moabit -

Moabit wandelt sich rasend schnell – und die Kneipenszene wandelt sich mit. Es versteht sich, dass bei diesem Prozess auch einige geliebte Lokale verschwinden – die alte Kundschaft bleibt aus, neue konnte nicht gewonnen werden. Manchmal bedauert man, wenn eine Kneipe dichtmacht, manchmal nimmt man es mit einem Achselzucken zur Kenntnis. Und wer neugierig ist, der testet die vielen neuen Lokale, die den Stadtteil seit kurzem bereichern.

Besonders interessant ist, wie ein altes „Genre“ neu belebt wird: die Eckkneipe. Bis vor gar nicht langer Zeit eher übel beleumundet, sind in Moabit einige Cafés und Bars entstanden, die der Institution Eckkneipe neues Leben einhauchen. Sicher, sie sprechen ein anderes Publikum an und erfüllen andere Funktionen als die traditionelle Eckkneipe. Aber das gehört zum Wandel im Stadtteil eben mit dazu.

Wie gut das Konzept funktionieren kann, zeigt schon seit einigen Jahren die „Buchkantine“, die in einem kleinen Eckladen in der Bochumer Straße begonnen hat. Hier konnte man Bücher kaufen – oder im Café lesen. Sonntags wurde der „Tatort“ gezeigt. Wegen des großen Erfolges ist die Buchkantine inzwischen in die Dortmunder Straße umgezogen; sie hat sich vergrößert und bietet auch eine große Terrasse unter Bäumen an.

Weitere neue Restaurants sind auch im nördlichen Teil Moabits zu entdecken: Da ist das „Mariannen Kaffee Kontor“, wo vormals das traditionsreiche „Kaffee Klatsch“ zu finden war. Etwas weiter nördlich gibt es die Bar „Kallasch &“, wo auch Konzerte veranstaltet werden, Schriftsteller aus ihren Werken vortragen und Filme gezeigt werden. Fast schon etabliert ist dass „Tirrée“ am U-Bahnhof Birkenstraße, wo man sich zu den etablierten Restaurants „Dicker Engel“, „Lichtblick“ und „Arema“ gesellt hat.

Wer weiter Richtung Stephanplatz zieht, findet dort das vegane Restaurant „Valladares“, das stilvoll eingerichtet ist und eine Menge interessanter Speisen und Getränke auf der Karte hat. Noch weiter ins Stephanviertel hinein ist das „Stück Heimat“, das ausdrücklich das „verlängerte Wohnzimmer“ im Kiez sein möchte. Das Osmanya in der Birkenstraße – ebenfalls schon länger am Ort – ist ein Restaurant, das türkische Küche bietet. Und das „Swart“ präsentiert sich als Bier- und Weinlokal.

Die klassische Eckkneipe gibt es noch, aber sie scheint zu verschwinden. An ihre Stelle ist eine neue Form getreten, die zu erkunden sich lohnt. In Moabit ist man dafür am richtigen Ort.

Foto: Karin Sakrowskiflickr.com / CC BY-ND 2.0



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